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Immer dann, wenn Festplatte, Speicherkarte oder das Raid den Dienst
versagen und eine Rettung der Daten erforderlich wird, fällt in diesem
Zusammenhang das Stichwort "Datenrettung".
Diese Begriffsbestimmung ist jedoch nicht ganz korrekt.
Bei den unterschiedlichen Defekten, die Speichermedien aufweisen
können wird das jeweilige Schadenszenario differenziert betrachtet. Man
unterscheidet zwischen logischen und physikalischen Beschädigungen die
ein Speichermedium aufweisen kann.
Bei einer logischen Beschädigung von Festplatten ist, bspw. die
Festplatte irrtümlich formatiert worden, jedoch die Platte in Ihrer
eigentlichen Funktionsweise nicht in technischer Hinsicht beschädigt.
Bei physikalischen Defekten der Platte kann auf die Datenstruktur
,aufgrund von technischen Defekten, nicht zugegriffen werden.
Somit läßt sich kurz Zusammenfassen:
Datenwiederherstellung = bei logisch
beschädigten Datenträgern (irrtümliche Formatierung, Virenbefall,
Fehlerhafte installationen im allgemeinen)
Datenrettung
= bei physikalischen Defekten am Datenträger selbst (Headcrash,
Elektronikschäden, Beschädigungen am Spindelmotor, u.ä)
Im Bereich der Rekonstruktion von Daten, bzw. Datenträgern passiert
es sehr häufig, dass über Datenrettung gesprochen oder diese
beworben wird, jedoch Datenwiederherstellung gemeint ist. Das
sorgt natürlich für Verwirrung und eine gewisse preisliche
intransparenz, da eine Datenwiederherstellung im Vergleich
zu einer Datenrettung wesentlich preisgünstiger und vom zu erbringenden
Arbeitsaufwand her, weniger aufwändiger geprägt ist.
Wenn von Datenrettung gesprochen wird, ist in der Regel das Retten
von Daten in einem Reinraum-Labor gemeint. Müssen Festplatten zur
Reparatur oder Modifikation geöffnet werden, so ist ein Reinraum
unabdingbar, da die Schreib-/ Leseinheiten durchschnittlich in einer
Höhe von 20-25 Nanometern über den Magnetscheiben schweben.
Hierbei kann schon ein einzelnes Staubkorn, welches zwischen die Lese-/
Schreibeinheit und die Scheiben gerät fatale Auswirkungen auf die
Rettungswahrscheinlichkeit haben. Aus diesem Grunde sind spezielle Räume
erforderlich in denen die Raumluft von Staub- und Rauchpartikeln
gefiltert wird.
Innerhalb dieser Umgebung werden die entsprechenden Grundlagen und
Reparaturen durchgeführt, die die hierauf im Anschluß stattfindende
Datenwiederherstellung erfolgreich verlaufen läßt.
Hieraus läßt sich somit ableiten, dass die Begriffsbestimmung "Datenrettung"
immer auch die Datenwiederherstellung beinhaltet und somit also zwei
Arbeitsschritte umfasst.
Die häufigste Verwendung der Datenwiederherstellung ist die
Wiederherstellung von Daten mithilfe einer Software zur Datenrettung,
wie z.B. R-Studio, GetDataBack oder sonstige. Eine Übersicht zu
kommerzieller und nicht kommerzieller Software zur Datenrettung oder
Datenwiederherstellung findet sich unter http://www.datenrettung-Fakten.de.
Der Markt für Datenwiederherstellungssoftware ist sehr umfangreich. So
gibt es eine Hülle und Fülle von Anbietern von kommerziellen Lösungen
bis hin zu klassischer Freeware, welche mitunter vielleicht nicht im
Bedienkomfort mit kommerziellen Lösungen mithalten kann, jedoch die
eigentliche Kernaufgabe zur Datenwiederherstellung hervorragend
absolviert. Im Freeware Bereich gibt es zwei Programme, die sich hierbei
deutlich hervorheben, TestDisk und Photorec.
Datenwiederherstellungssoftware findet somit Anwendung an
physikalisch einwandfrei funktionierenden Festplatten bzw. Datenträgern
im Allgemeinen. Ein Sonderfall hierbei ist jedoch die Wiederherstellung
von Raid Systemen, da diese nicht von jeder Rettungs-Software
unterstützt werden, bzw. zu einem gewissen Teil auf speziellen
Dateisystemen beruhen. Hierbei ist, neben genauer Kenntnis hinsichtlich
der Funktionsweise der unterschiedlichen Dateisysteme und der
RAID-Funktionalität, generell ausschlaggebend, dass man weiß was man
tut.
Raid-Funktionalität findet sich heutzutage in vielfältigster Art und
Weise wieder.
Neben handelsüblichen Mainboards ( RAID-0 / 1 / 5 bzw. 10 ) gibt es im
Server-Umfeld auch Raid-Controller welche auch tiefergehende und
umfangreichere Unterstützung
der verschiedenen RAID-Level bieten.
Ein Raid ist kein Persilschein für die Ausfallsicherheit eines
Systems, sondern Vielmehr ein Baustein oder ein Element auf dem Weg eine
möglichst hohe Ausfallsicherheit
zu erzielen. Somit sollte ein RAID immer analog mit einer gemeinsamen
Backuplösung einhergehen, z.B. durch Einsatz eins NAS (Network Attached
Storage). Hierdurch läßt sich durch eine relativ niedrige Investion,
auch eine halbwegs aktzeptable Sicherheitslösung konzipieren. Eine
optimale Sicherheitslösung "out-of-the-box" gibt es jedoch nicht.
Sicherheitslösungen sollten immer auf die Gegebenheiten des
Anwenders, bzw. des jeweiligen Unternehmens abzielen.