Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wer eigentlich auf diese Idee gekommen ist? Wer die Ehe erfunden hat? Nein? Dann ist ja alles in Ordnung. Sie suchen also keinen Schuldigen.
Einige männliche Erdenbewohner – natürlich auch weibliche – sehen diese Dinge anders. Speziell wenn sie eine unglückliche Partnerwahl inklusive eines nachfolgenden Rosenkriegs hinter sich haben. Oder sich gerade mittendrin befinden. Wie so üblich, sucht der von solch einem Unglück Heimgesuchte immer einen Schuldigen. Denn die Schuld an einem Unglück tragen immer andere und nie der Betroffene selbst. Das sagt uns schon die Vernunft. Und im konkreten Fall ist klarerweise der Erfinder der Ehe der Schuldige. Auch diese Überlegung ist logisch und nicht widerlegbar. Die Problematik dabei: Es findet sich niemand bei dem man seinen gerechten Groll entladen kann.
Aber natürlich gibt es noch die anderen Mitmenschen – und ich hoffe es handelt sich dabei um die Mehrheit - für die die Ehe das größte Glück auf Erden bedeutet. Eine Auswahl solcher Menschen finden Sie beispielsweise auf
ziel-partner.net Und diese Leute wären glatt dazu imstande, dem Erfinder der Ehe ein Denkmal zu setzen. Vorausgesetzt, jemand könnte ihnen sagen, wer es gewesen ist.
Und diese Frage zu beantworten ist tatsächlich knifflig. Wir wissen, wer die Schiffsschraube, die Nähmaschine, das Gaslicht, die Glühbirne, das Radio, das Telefon und noch viele andere nützliche Dinge erfunden hat. Nur über den Erfinder der Ehe forscht man vergeblich in den Büchern des Patentamtes.
Weil der menschliche Forschergeist aber – einmal erweckt - nicht wieder so leicht aufgibt, nehmen wir uns zunächst den Namen ‚Ehe‘ vor. Und da werden wir schon fündig. Der Namen ‚Ehe‘ stammt aus dem Althochdeutschen, lautete ursprünglich ‚ewa‘ und bedeutete soviel wie Ewigkeit, Recht, Gesetz. Drei Begriffe, die uns auch gleich an einen modernen Ehevertrag erinnern. Ob mit einem angenehmen Begleit- Gefühl oder nicht, entscheidet die vergangene Erfahrung des Einzelnen.
Aber wie war das früher? Gehen wir jetzt so einige tausend Jahre in unserer Zeitrechnung zurück. Hat es da schon die Ehe gegeben? Mit Vertrag und Ring? Mit Blumen und Verwandtschaft?
Nun damals war alles noch unkomplizierter, die Sitten waren noch viel freier. Anstelle der heutigen monogamen Ehe gab es die Promiskuität. Dieses Wort bedeutet soviel wie Vermischung. (lateinisch promiscere = vermischen)
Und in der Praxis erklärt dieser Ausdruck nichts anderes, als ein kurzfristiges und unverbindliches sexuelles Zusammensein mit verschiedenen Partnern. Ohne nachfolgende Besitzstreitigkeiten. Ohne Sorgepflichten für entstandene Kinder. Das mag sich jetzt für manche Zeitgenossen geradezu paradiesisch anhören. Aber ob diese Art von Zusammenleben wirklich so einfach abgelaufen ist, wie man es sich vielleicht vorstellt, bleibt dahingestellt. Auch die frühen Menschen hatten Gefühle, welche unter Umständen den Nährboden zur Eifersucht mit den nachfolgenden Auswüchsen bildeten.
Auch wenn es in der heutigen Zeit längst nicht mehr zur Norm zählt, so wird die Promiskuität von einigen Menschen nach wie vor praktiziert. Man erwirbt sich als Anhänger dieser Lebensweise allerdings keinen guten Ruf in der Öffentlichkeit.
Nun, nachdem die Menschen schon in früherer Zeit die Liebe zur Ordnung entdeckten, war infolgedessen irgendwann das Ende für das ungeregelte geschlechtliche Zusammenleben gekommen.
Anstelle dessen wurde die Gruppenehe geboren. Und wie der Name schon sagt, bestand die Gruppenehe aus einer eheähnlichen Verbindung zwischen mehreren Männern und mehreren Frauen. Damit war die ungezügelte Promiskuität eingeengt auf einen bestimmten und vertrauten Personenkreis.
Dass diese Form der Lebensgemeinschaft ebenfalls nicht ganz unmodern geworden ist, zeigen Berichte über Sekten oder alternative Wohngemeinschaften, welche diese Art des sexuellen Zusammenlebens nach wie vor praktizieren.
Die Erfindung der heutigen polygamen Ehe dauerte dann noch etwas und machte einige Entwicklungsstufen durch. Die Reihenfolge dieser Stationen ist nicht ganz geklärt. Aber man unterscheidet grundsätzlich:
Gruppenehe (mehrere Männer - mehrere Frauen)
Polygynie (ein Mann - mehrere Frauen)
Polyandrie (mehrere Männer - eine Frau)
Monogamie (ein Mann - eine Frau)
Und damit sind wir glücklich (oder auch weniger glücklich) beim Stand der heutigen Ehe angelangt. Zufrieden sind wir bis jetzt über unseren Streifzug durch die Entwicklung der Ehe aber nicht. Denn wir wollten doch einen Verantwortlichen finden. Den Erfinder der Ehe.
Und nachdem dieser Beitrag mit einer Frage begonnen hat, so muss er auch mit einer Antwort enden. Als letzter Anker bleibt uns jetzt nur noch das Alte Testament. Hier lesen wir ziemlich gleich am Anfang: „Darum verläßt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch.“
In weiterer Folge lesen wir allerdings von vielen polygamen Ehen, aber wahrscheinlich haben die Menschen damals die Nachricht nicht so richtig mitgekriegt. Das kann uns auch egal sein. Wir haben endlich, wonach wir gesucht haben: Der liebe Gott hat die Ehe erfunden!